Bericht

Interoperabilität in der Produktion mit OPC UA

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) treibt das Thema Interoperabilität in der Produktion mit großem Engagement voran. Doch was bedeutet Interoperabilität eigentlich für Maschinen und warum ist sie so entscheidend für die Zukunft der industriellen Fertigung? Im CIIT-Techtalk beantwortete Heiko Herden diese Fragen. Er ist technischer Projektkoordinator beim VDMA und Spezialist für OPC UA im Umfeld der Fertigung. Der VDMA vertritt 3.600 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus.

Der Referent erläuterte die Möglichkeiten und Herausforderungen, die sich durch Interoperabilität auf dem Shopfloor ergeben. Besonders deutlich wurden die Potenziale, die Unternehmen dadurch erschließen können. Zudem gab er praktische Hinweise für erste Schritte bei der Umsetzung.

 

Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung der Veranstaltung auf unserem YouTube-Kanal.

Hier können Sie auf die Folien der Präsentation zugreifen.

 

OPC UA steht für „Open Platform Communications Unified Architecture“ und ist ein offener, plattformunabhängiger Kommunikationsstandard für die industrielle Automatisierung. Um die Herausforderung der Interoperabilität zu meistern, werden OPC UA Companion Specifications entwickelt. Dabei handelt es sich um Informationsmodelle, die Maschinen „eine gemeinsame Sprache“ geben. Hinter dieser Standardisierung steht eine beeindruckende Gemeinschaftsleistung: Mehr als 40 Arbeitsgruppen und über 700 Unternehmen arbeiten weltweit an der Gestaltung dieser Modelle. Der Vortrag bot Einblicke in die Erstellung und Struktur solcher Informationsmodelle und zeigte deren praktischen Nutzen auf. Die VDMA OPC UA Companion Specifications definieren domänenspezifische Kommunikationsmodelle. Maximale Flexibilität erhalten Anwenderinnen und Anwender durch das standardisierte Interface „OPC UA for Machinery“, das domänenübergreifende und harmonisierte Informationsmodelle bereitstellt.

Heiko Herden betonte: „Interoperabilität mit der globalen Produktionssprache OPC UA führt dazu, dass Maschinen- und Softwaresysteme über einheitliche Schnittstellen miteinander kommunizieren können. Das bietet zahlreiche Vorteile: Einerseits vereinfacht es die Entwicklung von Schnittstellen durch den Einsatz einheitlicher Standards. Zudem ermöglicht es einen wesentlich leichteren Zugriff auf standardisierte Produktionsdaten, was Transparenz und Effizienz steigert. Insgesamt führt dies zu höherer Wettbewerbsfähigkeit und Kostenreduktion durch standardisierte Schnittstellen.“ Auch EU-Regulierungen wie der EU Data Act treiben diese Entwicklung weiter voran. Im Mittelpunkt des Vortrags stand, was heute bereits umsetzbar ist und genau das lieferte den Zuhörerinnen und Zuhörern wertvolle Informationen und Impulse für den eigenen Umgang mit Maschinendaten. Im Anschluss war Raum für Fragen und Diskussionen.

 

Über Heiko Herden
Heiko Herden verantwortet die Koordination und Unterstützung von über 40 Arbeitskreisen zur Erstellung von OPC UA Companion Specifications. Er leitet die Harmonisierungsgruppe „OPC UA for Machinery“, in der die Basisinformationen für die Industrie-4.0-Kommunikation über OPC UA für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau definiert werden. Zudem arbeitet er am vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt Factory-X mit. Darüber hinaus ist er in weiteren Gremien aktiv, etwa der Industrial Digital Twin Association oder der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.

Hier finden Sie alle unsere Berichte