Bericht

Der Digitale Zwilling – den Überblick behalten Teil 5

Zum digitalen Zwilling, bzw. zur Verwaltungsschale, gibt es unzählige Veröffentlichungen. Eine gute Übersicht bietet das Dokument der Plattform Industrie 4.0. Für Einsteiger, für Software-Entwickler, für neue Geschäftsmodelle oder die speziellen Themen Security und Künstliche Intelligenz empfiehlt der Dreiseiter die passenden Dokumente inkl. Link. Wir möchten mit dieser Serie die empfohlenen Dokumente für die sechs Kategorien näher vorstellen.

Teil 5: Für Spezialisten, die fachspezifische Anforderungen bewältigen wollen

Um mit der Verwaltungsschale loszulegen, ist die Website ein Muss. Hier steht ein Open Source-Tool für die Erstellung von Verwaltungsschalen (Asset Administration Shell) bereit. Der AASX Package Explorer ist dort jeweils in der aktuellen Version verfügbar.

Hier ist auch ein AASX-Server verortet, der AASX-Pakete über die offenen Kommunikationsstandards REST, OPC UA und MQTT zugänglich macht.

Dem Entwickler über die Schulter schauen

Mit zahlreichen englisch- und deutschsprachigen Videos zum AASX Package Explorer oder zur BaSyx-Middleware nehmen Experten uns buchstäblich mit in die Software. Die meisten Tutorials sind nur wenige Minuten lang und bringen die Themen auf den Punkt. Sei es das Anlegen von Submodels und die Nutzung von ECLASS oder das Kopieren von Elementen, es finden sich viele Fragestellungen aus der Praxis.

Ebenso werden verschiedene Gesichtspunkte zur Security beleuchtet. Anhand von Folienvorträgen wird die Verwaltungsschale im Industrie-4.0-Umfeld näher erläutert.

Teilmodelle beschreiben spezielle Anforderungen

Ein Teilmodell der Verwaltungsschale enthält Merkmale und Verweise auf Funktionen, Dienste, Dokumente etc. Teilmodelle sollten nach Möglichkeit eine abgeschlossene Sicht auf einen Aspekt der Industrie-4.0-Komponente beschreiben. So erzeugen sie einen spezifischen Nutzen.

Derzeit sind zwei Teilmodell-Vorlagen freigegeben. Eine ganze Spezifikationsreihe wird folgen. Zielgruppe sind u.a. Entwickler und technische Redakteure, die die semantische Identifikation kennen müssen.

ZVEI Digital Nameplate for industrial equipment:  Auf 22 Seiten erklärt das Dokument in englischer Sprache, wie Informationen über das Typenschild einer Anlage standardisiert bereitgestellt werden können. Das Teilmodell eignet sich sowohl für Anlagen der Prozessindustrie als auch der Fabrikautomation.

Generic Frame for Technical Data for Industrial Equipment in Manufacturing : Im gleichen Format widmet sich dieses Teilmodell der unternehmensübergreifenden Interoperabilität. Ein Hersteller von Industrieanlagen kann technische Daten seiner Assets anderen Teilnehmern der Wertschöpfungskette zugänglich machen. Diese Informationen werden eindeutig verstanden und ermöglichen z.B. neue Geschäftsmodelle in Zusammenarbeit mit Systemintegratoren oder den Anlagenbetreibern.

OPC UA

Industrie-4.0-Komponenten (Assets) müssen sicher und interoperabel untereinander kommunizieren können. Das gilt unternehmensübergreifend und weltweit. Mit dem Standard für Datenaustausch OPC UA (OPC Unified Architecture) steht eine plattformunabhängige, service-orientierte Architektur für Maschinendaten zur Verfügung. Mit OPC UA sind das Kommunikationsprotokoll, Datenmodelle und Interaktionskonzepte beschrieben.

Das verlinkte Diskussionspapiers zeigt die Anforderungen an den sicheren Einsatz von OPC UA für die Kommunikation in Industrie 4.0-Szenarien. Zudem werden mögliche Umsetzungsszenarien anhand des Lebenszyklus einer Maschine vor- und offene Punkte zur Diskussion gestellt.

Viele Beispiele

Das Whitepaper enthält viele Beispiele zur Verwaltungsschale. Es stellt Teilmodelle für unterschiedliche Domänen vor, z.B. die Verbindung zu MES-Systemen, Energieeffizienz oder Dokumentation. Die Veröffentlichung erfolgte allerdings im April 2017. Daher liefern die Beispiele sicher gute Anregungen für die Praxis. Allerdings sollte man im Kopf haben, dass es aktuellere Teilmodelle gibt.

Hier finden Sie alle unsere Berichte